In der letzten Zeit habe ich eingentlich nur gezeichnet und war von der Anatomie des Menschen so begeistert, dass ich gar nicht gemerkt habe, wie sehr mir meine Ölmalerei eigentlich fehlt...
Im letzten Sommer habe ich eine nostalgische Stillebenzusammenstellung fotografiert, mit Betonung einer einzelnen Rosenblüte, die auf einem Silberteller liegt. Als Hintergrund diente ein dunkler, ganz leicht schimmernder Stoff.
Diese Rose wird jetzt gemalt...
Technische Daten: 30x40 cm, lose Leinwand, deckende ala prima Technik ("in einem Wisch"), verschiedene Etapen werden festgehalten auf Fotos, die ich zeigen werde.
Zuerst male ich den Hintergrund. Ich achte auf den Faltenwurf des Stoffes und die Schatten, die Rose auf den Stoff wirft.
Besondere Aufmerksamkeit widme ich dem aufwendigen Einzeichnen der Blüte.
Je mehr Details ich aufführe, um so realistischer erscheint das Resultat der Malerei.
Die Vorzeichnung wird mit Bleistift ausgeführt.
Gerüchte darüber, Bleistiftunterzeichnung würde mit der Zeit durch die Ölfarbschichten "durchschlagen" halte ich für Irrtümer.
In wissenschaftlichen Studien wurde bewiesen, dass die Geschwindigkeit der Diffusion durch eine Harzschicht abhängig von der Molekularmasse des diffundierenden Molekül (hier Graphitmodifikation des Kohlenstoffs) ist.
Somit dürfte die Geschwindigkeit, mit der Graphit durch eine Harzschicht diffundiert, gering ausfallen - bedingt durch den speziellen Aufbau des Moleküls.
Ich vermute den Grund für die zunehmende Sichtbarkeit der Graphituntermalung in alten Ölgemälden in dem allmählichen Durchsichtigwerden der verharzten Ölschicht, das auf die Eigenschaften der früher verwendeten Pigmente zurückzuführen ist.
Zunächst fange ich an, hell-dunkel Bereiche der Blüte zu malen.